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April 28, 2020

#RestartGastro #RestartTourismus Jetzt kommt es auf penible Hygiene an! HACCP-Management und Arbeitsschutz in Gastronomie und Hotellerie erneut im Fokus

Achtsam mit Händedesinfektionsmitteln umgehen: Hautverträglichkeit ist ein weiteres Qualitätsmerkmal, auch sie lässt sich bestätigen. Verbrieft wird die Hautverträglichkeit gewöhnlich von dermatologischen Instituten, da gibt es Zeugnisse. Genau hiernach sollten Verbraucherinnen und Verbraucher also jetzt beim Hersteller fragen – nach einem dermatologischen Gutachten. Immerhin übt die Haut eine wichtige Barrierefunktion aus. Sie hindert Keime daran, in den Körper einzudringen. Die Haut darf also keinesfalls Schaden leiden. Deshalb enthalten hochwertige Erzeugnisse auch immer Rückfetter und Feuchthaltemittel. (Foto: Hagleitner)

Berlin, 28. April 2020 – Masken, Spuckschutz, Social Distancing: HACCP-Management im Gastgewerbe rückt für eine Wiedereröffnung in den Fokus. Hierzu einige Anmerkungen: 

Es gelten die SARS-CoV2-Arbeitsschutzstandards: https://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/einheitlicher-arbeitsschutz-gegen-coronavirus.html. Um die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, reicht es aus, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, wie sie im SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard beschrieben sind. Ergänzt und konkretisiert wird der Standard von branchenspezifischen Hilfestellungen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Ein darüber hinaus gehendes “Hygienekonzept” als eigenständiges Dokument ist für die Betriebe nicht erforderlich. 

Verhältnismäßigkeit von Mehreinsatz von Schutzausrüstungen und Verbrauch von Desinfektionsmitteln prüfen: Lebensmittelbetriebe unterliegen bereits umfassenden Hygieneregeln. Der Lebensmittelverband gibt Hinweise zu Masken und Kontaktpersonenmanagement in einem Positionspapier: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20200423-coronavirus-covid19-masken-mund-nasen-schutz-lebensmittelbetriebe 

BMAS Corona Arbeitsschutzstandards

Fast jeder dritte Arbeitgeber aus dem Gastgewerbe und der Touristik gab in einer Umfrage von Stepstone an, noch nicht zu wissen, wie eine schrittweise Rückkehr zum Arbeitsplatz aussehen könne. Immerhin versucht mehr als jedes zweite Unternehmen aus der Touristik, aktuell ein solches Konzept zu erstellen, in der Gastronomie entwickelt fast jeder dritte Betrieb derzeit einen Plan. Eine Schwierigkeit dabei: der ausreichende Gesundheitsschutz. Fast jedes dritte Unternehmen aus dem Bereich Freizeit und Touristik räumt ein, seinen Mitarbeitern keinen ausreichenden Gesundheitsschutz am Arbeitslatz gewährleisten zu können. “Für Branchen, die vom direkten Kundenkontakt leben und nur schwer digitale Alternativlösungen finden, ist ein Wiederhochfahren des Betriebs besonders herausfordernd”, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarkt-Experte bei Stepdtone. “Die Rückkehr zum Alltag kann hier nur gelingen, wenn dies als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen wird.” Ein positiver Aspekt ist hingegen die Einschätzung der Mitarbeiter beider Branchen. 77 Prozent der Beschäftigten aus den Bereichen Hotel und Gastronomie vertrauen ihrem Arbeitgeber, dass dieser für einen ausreichenden Schutz am Arbeitsplatz sorgen wird, im Bereich Freizeit und Touristik sind es sogar 80 Prozent. Mehr dazu: https://www.stepstone.de/wissen/wann-wirtschaft-hochfahren/ 

Herausforderungen in der Hotellerie

Nicht zuviele Vorschriften und Überbürokratisierung: Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) sieht das Wiederhochfahren der wirtschaftlichen Aktivitäten im Einklang mit einem betrieblich geschnürten Corona-Präventionsschutz-Paket. Ziel muss es sein, das Ansteckungsrisiko für Arbeitnehmer beim schrittweisen Wiederhochfahren der Unternehmen zu minimieren. “Gesundheitsschutz bleibt das Gebot der Stunde. Eine Corona-Prävention muss aber betriebsindividuell gestaltet werden, da völlig unterschiedliche betriebliche Gegebenheiten vorliegen. Neben dem Ziel des bestmöglichen Infektionsschutzes muss auch die arbeitsorganisatorische Umsetzbarkeit gegeben sein”, kommentiert VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Laut dem Verband ist der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) eine Empfehlung für die betriebliche Umsetzung, es besteht keineunmittelbare Verpflichtung zur Anwendung. “Keinesfalls darf der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard zum Anlass genommen werden, bestehende Regelungen im Arbeitsschutz und in der Mitbestimmung auszuweiten. Wir dürfen die Unternehmen in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie nicht noch weiter belasten”, betont Brossardt.  

Atemschutzmasken im Vergleich (Infografik: vergleich.org)

Zum Thema Masken und Gastronomie gilt schon jetzt die Ergänzung der Gefährdungsbeurteilung zum SARS-CoV2-Arbeitsschutzstandard (“Ist bei bestimmten Tätigkeiten ein ausreichender Abstand bzw. eine Abtrennung aus betriebstechnischen Gründen nicht möglich, sind den Beschäftigten Mund-Nase-Bedeckungen in ausreichender Anzahl zur Verfügung zu stellen.”) Weitere Informationen: https://www.bgn.de/?storage=3&identifier=%2F604535&eID=sixomc_filecontent&hmac=c6106a15cfc724f342b5f4fd8f55f0ce2130f440 

Händewaschen wird allein nicht mehr reichen: Mit Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz überzeugen / 28. April 2020: Tag des Arbeitsschutzes(Infografik: Randstad Deutschland)

Am 28. April ist der internationale Tag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz: Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken, ist in diesen ungewöhnlichen Zeiten so wichtig, wie lange nicht mehr – und kann für Unternehmen auch nachhaltige Erfolge bringen. Beispielsweise sind Abstandsregelungen in Fertigungsprozessen, Kantinen und Büros umzusetzen und Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter von heute auf morgen ins Home Office einführen, ohne sie dabei zu überfordern oder betriebliche Abläufe zu stören. Gleichzeitig ist der Gesundheitsschutz sicherzustellen. Unabhängig von Krisenzeiten steht der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter stets an erster Stelle. Dabei müssen nicht nur Unternehmen die richtigen Voraussetzungen schaffen, indem sie wirkungsvolle nachhaltige Maßnahmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz einführen. Es liegt auch an den Mitarbeitern, diese Maßnahmen eigenverantwortlich und gewissenhaft umzusetzen. Um das Bewusstsein der Mitarbeiter für Sicherheit und Gesundheit im Alltag zu schärfen, ist eine zielgruppengerechte und klare Kommunikation wichtig. Dabei helfen analoge Tools wie Infoflyer und Poster mit nützlichen Tipps ebenso, wie die Kommunikation über Apps oder Social Media. “Sich Notfallnummern einzuprägen, Hygienemaßnahmen zu beachten, ausreichend Wasser zu trinken sowie regelmäßig Entlastungs- und Ausgleichsbewegungen auszuüben oder einfach den Bürostuhl richtig einzustellen, ist immer sinnvoll. 


Kostenfreie Onlinekurse bei hogafit.de 
Folgebelehrung Infektionsschutzgesetz – https://www.hogafit.de/kurse/Folgebelehrung-Infektionsschutzgesetz 
Hygiene in der Gastronomie – https://www.hogafit.de/kurse/Hygiene-in-der-Gastronomie  
Arbeitsmaterialien/-sicherheit auf der Etage – https://www.hogafit.de/kurse/Arbeitsmaterialien-sicherheit  


Experten-Tipps vom Sachverständigen für Gastro-Hgiene 

Einbauten für Social Distancing: Spuckschutz-Wände mit Standsicherheit haben Konjunktur. Der renommierte Hotelsicherheits-Berater Ulrich Jander rät zu Qualitätsprodukten z.B. von Castellan aus Kreuztal, bekannt durch seine AED Geräte und Ladestationen. Die neu entwickelten Spuckschutzblenden lassen sich mit eingelaserten Hotellogos versehen. Einsatzbereiche: Rezeption und Buffets.  

Eine weitere gute Idee, so Jander, hat AerOzon UV-Engineering aus Leer/Ostfriesland) mit Ihren Luftreinigungsgeräten die in den Bereichen Restaurant, Tagungsräume, Lobby, etc. Zur Luftentkeimung und Luftreinigung betrieben werden. Die Firma stellt u.a. Ozongeräte her, die zur Neutralisierung von Gerüchen oder auch kontaminierten Gastzimmern verwendet werden. Die Besonderheit an den UV-Luftreinigern ist, dass hierbei eine spezielle Lampe entwickelt wurde, die mit sehr energiereicher UV-Strahlung reines Ozon erzeugt. Untersuchungen belegen, dass diese Ozongeräte innerhalb von 30 Minuten ein Gastzimmer sanieren können. Natürlich müssen die entsprechenden Sicherheitsvorschriften beachtet werden: Das Zimmer sollte während des Betriebs nicht betreten werden. Ozon tötet Mikroorganismen ab, u.a. den Coronavirus. Hier muss man darauf achten, dass man nicht ein “Billigprodukt“ kauft, welches Ozon mit Hochspannung erzeugt. Diese Ozongeneratoren können sehr schnell zu gesundheitlichen Schädigungen führen.  

Auch Ionisations-Pyramiden kommen in vielen Bereichen zum Einsatz, z.B. an Rezeptionen, in Kantine und Raucherräume. Sauerstoffionen haben wie Ozon die Eigenschaft, Mikroorganismen wie Schimmelpilze und Bakterien usw. zu inaktivieren, d.h. zu zerstören. Besonderheit bei dieser Technologie ist, das man sich während des Betriebs im Raum aufhalten kann. 

Eine weitere Empfehlung sind entsprechende Desinfektionsspender: Hier gibt es die Empfehlung zum Aufstellen an der Rezeption, vor den Aufzügen und vor dem Restaurant. Jander empfiehlt Spender mit Wandhalterung, damit sie nicht entfernt werden können. Hier die Empfehlung von Ecolab. Eine weitere Möglichkeit wäre Ausgabe von Desinfektionstücher im Restaurant; die gebrauchten Tücher werden in gesonderten Müllbehältern entsorgt.  

Die Mitarbeiter am Buffet sollten angewiesen werden, das Vorlegebesteck nach 30 Minuten auszutauschen. Ein Mitarbeiter wirft das Besteck in einen Eimer, der nächste Mitarbeiter legt das neue Besteck hin. Das gebrauchte Besteck wird in einer entsprechenden Desinfektionslösung gereinigt. Alle Mitarbeiter tragen dabei Schutzhandschuhe.  

Weiterer Hinweis vom Hotelsicherheits-Experten: “Bevor Sie wiedereröffnen, fahren sie ihre Warmwasserboiler hoch und lassen sie sämtliche Wasserstränge mit heißem Wasser durchlaufen. Spülen sie die Leitung durch, damit sie nicht Probleme mit hohem Legionellenbefall haben.” 

Hotels und Restaurants kommen bei einer Pandemie besondere Bedeutung zu: Hier können Infizierte rasch zahlreiche andere Menschen anstecken. Dies wurde bereits 2013 in einer Bundestags-Drucksache realitätsnah beschrieben. Das Dokument ist hier abrufbar (pdf / ab Seite 60): https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf  

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