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August 11, 2020

Alles Rabatt, oder was? Wann endlich wird die Restaurantreservierung richtig digitalisiert?

Volles Restaurant (Foto: Bookatable)

Hamburg, 11. August 2020 – Befremdlich und branchenfremd mutet die neueste Rabattaktion an: Ausgerechnet mitten in der Coronakrise will man beim Tripadvisor-Gastroportal thefork.com die Restaurateure zu sage und schreibe 50 Prozent Rabatt drängen – um so neue – provisionspflichtige – Onlinereservierungen zu befördern. Die Kampagne “Back to the restaurant” soll vom 17. September bis 17. November laufen. Dabei werden hehre Versprechungen angeführt: “Die teilnehmenden Restaurants erzielen voraussichtlich 4 Mal mehr Reservierungen als nicht teilnehmende. (…) Steigern Sie die Einnahmen Ihres Restaurants um das 2,6-Fache und profitieren Sie während der Aktion von einer 2,4 Mal höheren Bruttomarge, wodurch Sie sich besser und schneller von der Covid-19-Krise erholen.”

Gewinner bei solchen Marketing-Kamikaze-Vorhaben sind doch nur solche Gastroportale, die sich seit Langem einseitig als Datenkrake und Nutznießer der Gastronomie gerieren. Gastronomen fragen sich seit Langem, ob man hier noch von echter – fairer – Partnerschaft sprechen könne: Reichweite und optimales UX-Design gegen Provision.

Man könnte solche Angebote getrost links liegen lassen, wenn es nicht an marketingstarken Alternativen mangeln würde. Nachwievor ist die Sitzplatzreservierung in der Gastronomie weitestgehend kaum über Anfragen per Onlineformular hinaus gekommen. Von echtem E-Commerce mit garantiertem Mobile Payment kaum eine Spur. Allenfalls mancher Mittagstisch z.B. in Frankfurt/Main war zuletzt zur einer garantierten Servierzeit online im Voraus zu ordern.

Vordenker wie der erfahrene Hotelier Raimund Schied (Navigare NSB Hotel Buxtehude) fordern dies schon lange: Garantiertes Onlinebusiness auch für’s Restaurant – just wie bei Hotel- oder Flugbuchungen. Er weist darauf hin, dass künftig Kreditkarten-Zahlungen aufgrund der Novellierung der PSD2-Zahlungsrichtlinie gleich bei einer Reservierung belastet werden. Somit dürfte sich die Digitalisierung in diesem Bereich erheblich beschleunigen. Daraus ergäben sich neue positive Aussichten für den Cash-flow sowie das Yielding, so Schied.

Der Kampf gegen die No-Show-Rate wird von immer mehr Profi-Gastgebern nicht nur aus der Sternegastronomie geführt. Dabei werden Reservierungen nur Anzahlungen – z.B. teilbelasteten Kreditkarten – durchgeführt.

 

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