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November 3, 2020

So geht Gastromarketing mit Gutscheinen: Schnitzel-Anleihe mit 20,01% effektiver Jahreszins

Ahaus, 03. November 2020 – Die Ehre ist eher zweifelhaft: Geht es um die Frage, welche Branche als Verlierer in der Corona-Pandemie ganz vorne liegt, ist der Gastronomie ein Platz auf dem Siegertreppchen sicher. Es braucht gar keinen Teil-Lockdown: Weil vielen Gästen durch die immer höheren Auflagen und die ständige Stigmatisierung durch die Politik längst schon der Appetit vergangen ist, sind Gastronomen zu Kreativen geworden. Und übernehmen die besten Ideen aus anderen Branchen für ihr eigenes Geschäft.

Was bei Christian und Barbara Drebber unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie im März passiert ist, nennt man wohl Glück im Unglück: Ein Kurzschluss in einer Gläserspülmaschine hat dem Betreiber-Ehepaar der Gaststätte “Drebber’s” in Ahaus ihren ganz persönlichen Lockdown beschert. Nach einigen Monaten Reparatur und liebevoller Renovierung konnte die Wirte-Familie ihren Betrieb erst im Spätsommer wieder öffnen.

Alles auf Anfang? Schön wärs! Selbst der Reiz des Neuen konnte die vielen Beschränkungen und Unwägbarkeiten, mit denen die Gastronomie überall zu kämpfen hat, nicht einfach überspielen. Auch ohne Lockdown gab es schon mehr freie Plätze als den Drebbers lieb ist. Dabei ist es keine Frage, dass es irgendwann auch wieder richtig losgeht. “Wir Menschen sind nun mal soziale Wesen. Wir müssen einfach alle irgendwann mal wieder vor die Tür!”, sagt Christian Drebber. Nur: wann ist das?

Planbar ist in dieser Zeit fast gar nichts mehr für Gastronomen. Dabei funktionierte ihr Betrieb jahrzehntelang präzise wie ein Uhrwerk. “Unsere Gäste lieben gerade auch unsere Kontinuität und Verlässlichkeit. Viele Kollegen haben seit zwanzig Jahren die gleichen Speisen auf der Karte”, sagt Christian. “Wir selbst fühlen uns dagegen inzwischen wie die Kugel im Flipperautomat der Politik und müssen sehen, dass es nicht zum ‘Tilt’ kommt.”

Banken spielen in Krisen immer eine ganz besondere Rolle, typischerweise um Überbrückungskredite bereit zustellen. Christian Drebber macht es diesmal anders: Er nutzt sie als Vorbild! Er macht seinen Gäste ein ganz besonderes Angebot der Geldanlage: “Kauft jetzt Gutscheine, die ihr erst ab dem Sommer einlösen könnt und profitiert von einem Zinssatz, den euch keine Bank bietet!”

Buchstäblich satte 11,56 Euro bekommen die Menschen, die sich bei ihm jetzt einen Gutschein für 100 Euro kaufen, der ab dem 1. Juli eingelöst werden kann. “Das entspricht einem effektiven Jahreszins von 20,01 Prozent. Im Voraus! Besser können meine Gäste ihr Geld gerade nirgends anlegen!”, argumentiert Christian.

Neben dem Gewinn an Liquidität sorgt der Gutschein aber auch für einen anderen Effekt, der nicht weniger wichtig ist: Marketing! Auch das hat Christian von Banken gelernt: “Ein Kredit ist die stärkste Verbindung, die es geben kann!” Die Gutscheine kleben damit am Kühlschrank seiner Gäste – womit er nicht in Vergessenheit gerät. Oder noch besser: direkt in der digitalen Wallet ihrer Smartphones!

Neben dem Geld ist vor allem die permanente Gefahr vergessen zu werden das Hauptproblem der Gastronomie in dieser Zeit. Gutscheine mit Systemen wie beispielsweise “Chayns” professionell zu vermarkten sorgen für die feste Verbindung zwischen Gast und Gastronom.

Angst davor, dass am 1. Juli nun alle bei ihm auf der Matte stehen um ihre Gutscheine sofort einzulösen, hat Christian nicht. “Ich freue mich doch, wenn sie kommen! Das ist doch das, was ich will!”, sagt der 52 jährige. “Ich kann es ja kaum abwarten!”

Er fürchtet sich auch nicht, dass er die ersten Wochen im Juli dann ohne frisches Geld auskommen muss. “Nach der Aktion ist vor der Aktion”, sagt er. Dem Ahauser Gastwirt gehen schon neue Aktionen durch den Kopf. So hat er ein paar Ideen für den “Black-Friday” und bastelt auch an besonderen Angeboten für Geschäftsleute: “Innovativ wären auch Gutscheine, die nur an bestimmten Wochentagen oder beispielsweise in der Woche zu Mittagszeiten gelten”, erklärt Drebber.

Was in Krisen gilt, gilt in der Pandemie erst recht: Ideen sind gefragt. Und da gibt es noch viel mehr als Buntstifte und Kuscheltiere.

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