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November 24, 2020

Wie werden wir 2021 reisen? Studie zeigt Wandel in Prioritäten, Wünschen und Zielen von Reisenden weltweit

  • 30% der Befragten weltweit und 41% der Deutschen haben auf eine Reise im Sommer 2020 verzichtet, Covid-19 wurde dabei als entscheidender Faktor genannt
  • Die Mehrheit aller Befragten (Global: 33%) gab an, dass sie durch Covid-19 ihre Reisegewohnheiten deutlich verändert haben und zunehmend Last-Minute-Buchungen vorziehen werden
  • Deutsche Urlauber zeigten sich offener gegenüber kommenden Reiseplänen (28% planen bereits einen Kurzurlaub) als unsere Nachbarn aus Spanien (21%) und Italien (21%). In Frankreich (22%) und den USA (23%) plant man hingegen bereits Urlaube für bis zu 14 Tage.
  • 46% der Deutschen geben an, dass sie einen Impfstoff gegen Covid-19 für notwendig halten, bevor sie wieder eine Reise ins Ausland buchen. Dieser Wert liegt gleichauf mit dem globalen Durchschnitt (46%)
  • Kurzurlaube in Stadt und freien Natur rangieren auch im Jahr 2021 unter den Favoriten der deutschen Urlauber

Hamburg, 24. November 2020 – Kurzurlaub ja, aber mit Vorbehalte: Die Reiseplanungen stehen deutlich unter dem aktuellen Infektionsgeschehen. Bundesweite Massenimpfungen gelten als Katalysator eines neuen Aufschwungs im Tourismus. Das geht aus einer Studie von eDreams.de., die Einblicke in das veränderte Reiseverhalten, das aktuelle Stimmungsbild gegenüber Reisen und die zukünftigen Pläne von Urlaubern in Zeiten von Covid-19 liefert, hervor. Für die Studie wurden 10.000 Personen, darunter auch 1.000 deutsche Teilnehmer, befragt. Teil der Studie ist sowohl ein Blick in die vergangenen Monate als auch in gegenwärtige und zukünftige Reisetrends.

Gerade im Vergleich mit den europäischen Nachbarn wie Frankreich, Italien oder auch Spanien deuten sich erste Unterschiede zu den deutschen Reisenden an, welche die Reisebranche auch über das Kalenderjahr hinaus begleiten werden. Ein sicheres Gefühl der aktuellen Situation gegenüber, war für die Befragten entscheidend, um einen Urlaub in den Sommermonaten wahrzunehmen. Gaben 37 Prozent der Deutschen an, auf Reisen Sorge vor der Ansteckung mit Covid-19 zu haben, waren es vergleichsweise nur 20 Prozent der Franzosen, die diese Meinung teilten. In Spanien und Italien wandte man sich dem Reisen nur zögerlich zu, ein Drittel der Befragten (Spanien: 35%, Italien: 33%) gab an, dass ihnen das Risiko einer Ansteckung im Urlaub zu groß erscheint.

Ein besonderer Sommertrend: Urlaubsverzicht oder Heimaturlaub
Das Jahr 2020 und die Covid-19-Pandemie hat viele Lebensbereiche nachhaltig verändert – mit einem besonderen Einfluss auf die Pläne und Vorhaben von Reisenden weltweit. 35 Prozent aller befragter Personen gaben an, dass ihnen eine Reise in diesen Zeiten nicht sicher erscheint. Diese Angst war ein bestimmender Faktor, der sie dazu bewog, auf einen Sommerurlaub in diesem Jahr zu verzichten (30%). In Deutschland gab sogar rund die Hälfte aller Personen (41%) an, in diesem Sommer keinen Urlaub angetreten zu haben. Ein weiteres Drittel sagte aus, dass sie aufgrund der allgemeinen Einschränkungen lediglich die Möglichkeit wahrnahmen, die heimischen Sehenswürdigkeiten (30%) zu besuchen. Lediglich 29 Prozent der deutschen Reisenden wagten sich an einen Urlaub außerhalb des Heimatlandes und waren damit reiselustiger als der internationale Durchschnitt (16%) – deutlich vor Ländern wie Portugal (14%), dem Vereinigten Königreich (12%) und den USA (10%).

Doch nicht nur je Bundesland, sondern auch unter den Geschlechtern variiert die Einstellung zum Urlauben. Frauen und Männer konnten zwar gleichermaßen den Sommerurlaub genießen und sich auf allgemeinen Maßnahmen verlassen (F: 39%, M: 42%), unterscheiden sich jedoch in der Art und Weise stark: Frauen aus Deutschland kommen besonders in der freien Natur zur Ruhe, sei es am Strand oder Berggipfel, und sehen dort einen sicheren Rückzugsort während ihrer Reise (50%). Hingegen gaben nahezu die Hälfte der deutschen Männer an, sich vor allem in Hotels und Ferienwohnungen sicher zu fühlen (40%). Nur eine geringe Zahl der Befragten hat laut Studie ein dauerhaft mulmiges Gefühl (F: 3%, M: 4%).

Der Covid-Effekt: Reisen im Kontext von Covid-19
Experten beschreiben die Veränderungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Miteinander ausgelöst durch die aktuelle Ausnahmesituation als “Covid-19-Effekt” der auch in den Studienergebnissen von eDreams.de erkenntlich wird.

Bereits im Befragungszeitraum im September 2020 stuft mehr als ein Drittel aller Deutschen die derzeitige Situation als zu unsicher ein, um eine Reise in Betracht zu ziehen (37%) und vor allem Personen ab dem 35. Lebensjahr mieden Urlaubspläne (35-44 Jahre – 40%, 45-54 Jahre – 43%, 55+ Jahre – 45%). Diese Tendenz lässt sich auch über die nationalen Grenzen (Global 36%) hinaus beobachten: 33 Prozent der Italiener und 35 Prozent der Spanier gaben an, dass sie einen Urlaub in Angesicht der aktuellen Zahlen als bedenklich ansehen. 16 Prozent aller Deutschen schoben ihre Sorgen auf Reisen beiseite, solange die Maskenpflicht und Social Distancing eingehalten werden und sieben Prozent sehen keinerlei Veränderung zum vergangenen Jahr (Europäischer Vergleich: Spanien 2%, Italien 3%, Frankreich 8%).

Im Vergleich dazu zeichnet sich bei jüngeren Generationen jedoch Zuversicht für die Zukunft ab. Nehmen sie die aktuelle Situation durchaus ernst, haben sie vollstes Vertrauen in die Wirkung der allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen und Hygienevorschriften – auch auf Reisen (54% der 18-24-Jährigen und 49% der 25-34-Jährigen) Personen im Alter ab 55 Jahren vertreten diese Meinung weitaus zurückhaltender mit knapp 34 Prozent.

Für die Reisenden fällt hierbei auch ins Gewicht, dass sie bei ihren Buchungen abgesichert sind. Rund 57 Prozent der Reisenden deutschlandweit wünschen sich eine garantierte Rückerstattung für Reise und Unterkunft, sollten diese aufgrund von Covid-19 storniert werden.

Abseits dessen gaben 46 Prozent der Deutschen an, dass sie einen Impfstoff gegen Covid-19 für notwendig halten, bevor sie wieder eine Reise ins Ausland buchen.

Trends in der Reiseplanung für 2021
Stieg zwar die Hoffnung auf eine längere Urlaubsreise ab Mitte des Jahres, zeigen sich 42 Prozent der Deutschen noch verhalten, wenn es um die kommende Urlaubsplanung geht und wollen auf Kurzurlaub (28%) und Last-Minute-Buchungen (42%) ausweichen. Nur 18 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer gab an, schon im Voraus zu buchen, um so zum Beispiel besondere Angebote wahrzunehmen. Ein Viertel der Befragten (24%) schlägt sich derzeit eine Buchung ganz aus dem Sinn. Im Ländervergleich bestätigt sich dieser Trend, denn auch in Frankreich oder Italien fühlen sich knapp ein Viertel der Befragten nicht wohl bei dem Gedanken, den kommende Urlaub zu planen, möchten dies aber in naher Zukunft tun (IT: 32%, FR: 29%, D: 24%).

Viele Urlauber aus Deutschland sind sich derzeit noch nicht sicher, auf welches Reiseziel ihre Wahl für kommende Urlaube fallen wird. 43 Prozent der Reisenden gaben an, bereits bekannten Domizilen vorzuziehen und 37 Prozent wollen nur in Länder verreisen, die auch durch die staatlichen Behörden als sicheres Gebiet gekennzeichnet sind. Gerade in Bremen (45%), Mecklenburg-Vorpommern (50%) und Sachsen-Anhalt (4%) legt man auf die Empfehlungen der Regierung besonderen Wert.

Abseits der großen Sehenswürdigkeiten wollen sich die Deutschen erholen und ziehen die folgenden Urlaubsreisen vor:

1.  Städtetrip (22%) 
2.  Strandurlaub (18%) 
3.  Aktivurlaub in der Natur (8%)  

Wirft man einen Blick in die Bundesländer, wird ersichtlich, man bleibt auch im Jahr 2021 regionaler Urlaubsziele treu. Rheinland-Pfalz (34%), Berlin (31%) und Schleswig-Holstein 29% bevorzugen eine Auszeit in der Stadt, während es Bremen (55%), Niedersachsen (60%) und Mecklenburg- Vorpommern (50%) an die nahen Küsten zum Strandurlaub zieht.

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